Insync auf Fedora Asahi Remix installieren
Veröffentlicht am 10. Oktober 2026 · Fedora Asahi Remix 44 · KDE Plasma
Mit FEX und muvm lässt sich die x86_64-Version von Insync auf einem Apple-Silicon-Mac unter Fedora Asahi Remix ausführen. Diese Anleitung führt von der Installation bis zur Google-Drive-Synchronisation und richtet einen KDE-Menüeintrag, das Tray-Symbol und den Autostart ein.
Die Anleitung ist für Fedora Asahi Remix 44 mit KDE Plasma gedacht. Als Referenz dienen FEX 2604, muvm 0.7.0 und Insync 3.9.11.60043 für Fedora 44. Programmstart, Google-Drive-Synchronisation, Menüeintrag und Tray wurden mit dieser Kombination geprüft. Die Download-Adresse weiter unten ist ausdrücklich für Fedora 44 vorgesehen.
FEX führt den x86_64-Code aus. muvm stellt dafür eine kleine virtuelle Maschine bereit und bindet die Anwendungsfenster über eine X11-Brücke in den Desktop ein. Hintergrundinformationen dazu gibt es beim Asahi-Projekt.
System prüfen
Prüfe zunächst Architektur und Fedora-Version. Öffne ein Terminal in deiner normalen KDE-Sitzung und führe diese Befehle aus:
uname -m
cat /etc/fedora-release
Die Architektur muss aarch64 sein, die Fedora-Version 44. Führe die folgenden Schritte als dein normaler Benutzer aus. Nur die ausdrücklich mit sudo markierten Befehle benötigen Administratorrechte.
FEX installieren und testen
Installiere FEX und die Hilfsprogramme. Auf Fedora Asahi Remix zieht fex-emu die benötigte muvm-Umgebung samt FEX-RootFS als Abhängigkeiten nach. curl lädt das Insync-Paket herunter; bsdtar entpackt es.
sudo dnf install fex-emu bsdtar curl
Teste anschließend die Ausführung eines Befehls in der FEX-Umgebung:
muvm -i -- FEXBash -c 'echo FEX_OK'
In der Ausgabe muss FEX_OK erscheinen. Falls der Test fehlschlägt, behebe zuerst den angezeigten Fehler, bevor du Insync einrichtest. Die Option -i verbindet die Ein- und Ausgabe des gestarteten Befehls mit deinem Terminal; Details stehen in der muvm-Dokumentation.
Insync herunterladen und entpacken
Lade das Insync-RPM herunter und entpacke es in dein Benutzerverzeichnis. Die Adresse gehört zum offiziellen Insync-Download. Sie kann inzwischen eine neuere Version als die oben genannte liefern.
mkdir -p "$HOME/Downloads" "$HOME/.local/opt/insync-fex"
curl -fL https://dl.insynchq.com/linux/desktop/fedora/44 \
-o "$HOME/Downloads/insync-fc44.rpm"
Wenn der Download ohne Fehler abgeschlossen ist, entpacke das Paket:
bsdtar -xf "$HOME/Downloads/insync-fc44.rpm" \
-C "$HOME/.local/opt/insync-fex"
Das Programm liegt danach unter ~/.local/opt/insync-fex/usr/lib/insync/insync. Das x86_64-RPM wird nur entpackt; du musst keine Installation für eine fremde Architektur in der Paketverwaltung erzwingen.
Tray-Symbole installieren
Installiere die Tray-Symbole vor dem ersten Programmstart. Da das RPM nur entpackt wurde, befinden sich seine Symbole noch im Benutzerverzeichnis. Kopiere die sechs PNG-Dateien an die beiden folgenden Stellen:
for icon_dir in \
/usr/share/icons/hicolor/48x48/status \
/usr/share/pixmaps; do
sudo install -d "$icon_dir"
sudo install -m644 \
"$HOME/.local/opt/insync-fex/usr/share/icons/hicolor/48x48/status"/insync-*.png \
"$icon_dir/"
done
Der Pfad /usr/share/pixmaps gehört zu dieser Einrichtung dazu. Qt kann dort über seinen direkten Ausweichpfad nach Symbolen suchen. Kopiere die Dateien deshalb in beide Verzeichnisse.
Startbefehl anlegen
Lege nun einen festen Startbefehl an. Prüfe zuerst den Pfad zu muvm:
command -v muvm
Unter Fedora Asahi Remix sollte /usr/bin/muvm erscheinen. Der folgende Starter verwendet diesen Pfad. Falls deine Ausgabe davon abweicht, passe die entsprechende Zeile im Starter an.
mkdir -p "$HOME/.local/bin"
cat > "$HOME/.local/bin/insync-fex" <<'EOF'
#!/bin/bash
exec /usr/bin/muvm -- FEXBash -c '
cd "$HOME/.local/opt/insync-fex/usr/lib/insync" || exit 1
export LC_TIME=C QT_QPA_PLATFORM=xcb
exec ./insync start --no-daemon
'
EOF
chmod +x "$HOME/.local/bin/insync-fex"
QT_QPA_PLATFORM=xcb legt für Insync die X11-Anbindung fest. Deine KDE-Sitzung kann weiterhin unter Wayland laufen. LC_TIME=C übernimmt die Vorgabe aus dem mitgelieferten Insync-Startskript. Die Option --no-daemon lässt Insync im gestarteten Prozess laufen. Der Menüeintrag ruft diesen Starter später ohne Terminalfenster auf.
Menüeintrag erstellen
Erstelle den Eintrag für das Anwendungsmenü. Falls bereits eine Benutzerdatei namens insync.desktop existiert, wird sie vor dem Schreiben gesichert.
mkdir -p "$HOME/.local/share/applications"
if [ -f "$HOME/.local/share/applications/insync.desktop" ]; then
cp --backup=numbered \
"$HOME/.local/share/applications/insync.desktop" \
"$HOME/.local/share/applications/insync.desktop.bak"
fi
cat > "$HOME/.local/share/applications/insync.desktop" <<EOF
[Desktop Entry]
Type=Application
Name=Insync (FEX)
Comment=Google Drive synchronisieren
Exec="$HOME/.local/bin/insync-fex"
TryExec=$HOME/.local/bin/insync-fex
Icon=$HOME/.local/opt/insync-fex/usr/share/icons/hicolor/scalable/apps/insync.svg
Terminal=false
Categories=Network;
StartupNotify=false
EOF
Übernimm die Schreibweise von EOF genau. In diesem Block muss die Shell $HOME durch deinen tatsächlichen Benutzerpfad ersetzen. In der fertigen Desktop-Datei stehen dadurch absolute Pfade. Ein zusätzlicher Eintrag von ~/.local/bin in $PATH ist für diesen Menüstart nicht erforderlich.
Google Drive verbinden
Starte Insync über das KDE-Anwendungsmenü. Suche nach Insync (FEX) und öffne den Eintrag. Melde dich im Einrichtungsdialog mit deinem Google-Konto an. Wähle den lokalen Zielordner und die Drive-Ordner aus, die du synchronisieren möchtest, bevor du die Synchronisation startest.
Prüfe danach, ob das Insync-Symbol im Systemtray erscheint. Schau auch unter dem Pfeil für ausgeblendete Symbole nach. Ein erneuter Klick auf den Menüeintrag sollte das bereits laufende Insync-Fenster nach vorne bringen.
Falls der Menüeintrag noch nicht angezeigt wird, kannst du die KDE-Anwendungsdatenbank aktualisieren:
kbuildsycoca6 --noincremental
Öffne danach das Anwendungsmenü erneut und suche nach Insync (FEX).
Autostart einrichten
Richte den Autostart nach der ersten Kontoeinrichtung ein. Kopiere dafür den funktionierenden Menüeintrag in den Autostart-Ordner:
mkdir -p "$HOME/.config/autostart"
cp --backup=numbered \
"$HOME/.local/share/applications/insync.desktop" \
"$HOME/.config/autostart/insync.desktop"
Ein vorhandener Eintrag gleichen Namens wird nummeriert gesichert und ersetzt. Falls cp nach dem Überschreiben fragt, bestätige mit y. So verwendet der Autostart denselben FEX-Starter wie das Anwendungsmenü. Lege dafür keinen weiteren Insync-Eintrag unter einem anderen Namen an.
Prüfe bei deiner nächsten Anmeldung, ob Insync automatisch startet und im Tray erscheint.
Insync beenden und neu starten
Beende Insync über sein Tray-Menü, wenn du die Anwendung schließen möchtest. Alternativ funktioniert dieser Befehl im Terminal:
muvm -i -- FEXBash -c '
cd "$HOME/.local/opt/insync-fex/usr/lib/insync" || exit 1
LC_TIME=C QT_QPA_PLATFORM=xcb exec ./insync quit
'
Für einen Neustart wartest du, bis das Insync-Fenster geschlossen ist, und öffnest danach wieder Insync (FEX) im Anwendungsmenü. Falls Insync schon lief, bevor du die Tray-Symbole kopiert hast, ist dieser Neustart nötig, damit es sie neu laden kann.
Insync aktualisieren
Plane Insync-Updates separat ein. DNF aktualisiert FEX und muvm, verwaltet aber nicht die hier manuell entpackte Insync-Version. Beende Insync vor dem Austausch seiner Programmdateien und aktualisiere bei einem Versionswechsel auch die kopierten Tray-Symbole. Dein lokaler Sync-Ordner und die Kontokonfiguration gehören nicht zu den Programmdateien unter ~/.local/opt/insync-fex.